Zitate und Auszüge die ich sehr treffend finde ..

 

Meine Mutter empfand meine natürlichsten Bedürfnisse als lästige Ansprüche. Wie hätte ich, mit dieser Ausrüstung in die Welt geschickt, spüren können, was ich wirklich brauche? Wie hätte ich lernen können, mir diese Bedürfnisse zu befriedigen? Ich lernte, daß sie gefährlich waren, weil der Wunsch nach Befriedigung zur Katastrophe führen mußte. Die Katastrophe, die große Gefahr, war die Wut meiner Mutter und die Enthüllung ihrer Lieblosigkeit. Also versuchte ich meine Bedürfnisse nach Zuwendung, Wärme und Verständnis mit aller Kraft zu unterdrücken, um nicht sehen zu müssen, wie meine Mutter in Wirklichkeit zu mir war, um mir die Illusion ihrer Liebe zu erhalten. Ich hoffte: Wenn ich nichts brauchte und anderen mein Leben opferte, müßte ich die Liebe schließlich bekommen. Aber Liebe kann man nicht verdienen, weder mit Selbstverleugnung noch mit Leistungen. Man bekommt sie in die Wiege gelegt oder nicht. Ich mußte endlich erkennen, daß ich dieses Geschenk als Kind nicht bekommen hatte.“

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Alice Miller bezeichnet es als „wohl größte narzißtische Wunde – nicht als das, was man war, geliebt worden zu sein.“ In dem double-bind-Teufelskreis zwischen Eltern und Kind wird dem Kind einerseits „Mangel an Achtung, an Interesse für das einmalige, von den Bedürfnissen der Eltern unabhängige Wesen“ entgegengebracht und andererseits „Liebe sofern das Kind als Teil des Selbst erlebt wird.“ (Miller 1980)
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Alexithymie (deutsch Gefühlsblindheit, Gefühlskälte, manchmal auch Gefühlslegasthenie; in der internationalen Literatur auch mit griechisch-lateinischer Endung Alexithymia) ist ein Konzept in der psychosomatischen Krankheitslehre. Der Begriff wurde 1973 von den US-amerikanischen Psychiatern John Case Nemiah (1918–2009) und Peter Emanuel Sifneos (1920–2008) gebildet und benennt die Unfähigkeit ihrer Patienten mit psychosomatisierten Beschwerden, die eigenen Gefühle adäquat wahrzunehmen und sie in Worten zu beschreiben. Im Interview erschienen die Betroffenen phantasiearm und funktional, hielten ihre Beschwerden für rein körperlich und schwiegen zu seelischen Fragen.

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"... doch wohin ich schaue, sehe ich das Gebot, die Eltern zu respektieren, nirgends aber ein Gebot, das Respekt für das Kind also mich verlangt."

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„Kann ein Mensch, in einem langen Prozeß,erleben, daß er nie als das Kind, das er war, sondern für seine Leistungen, Erfolge und Qualitäten „geliebt“ worden ist, daß er seine Kindheit für diese „Liebe“ geopfert hat, so wird ihn das zu großen inneren Erschütterungen führen, aber er wird eines Tages den Wunsch verspüren, mit dieser Werbung aufzuhören. Er wird in sich das Bedürfnis entdecken, sein wahres Selbst zu leben und sich nicht länger Liebe verdienen zu müssen, eine Liebe die ihn im Grunde doch mit leeren Händen zurückläßt, weil sie dem falschen Selbst gilt, das er aufzugeben begonnen hat.“ (Alice Miller 1979)
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Geschichte, so wie wir sie in der Schule lernen, entfernt sich damit von der Wahrheit um den Menschen.
Arno Gruen Psychoanalytiker

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Die Wahrheit, die von der „Geschichte“ vertuscht wird, ist die Wahrheit über die Natur des Menschen. Hinter dem Trieb nach Größe steht jedoch die Unfähigkeit, mit Hilflosigkeit umzugehen. Und diese Unfähigkeit läßt das Schamgefühl verkümmern. Menschen, die fähig sind, sich zu schämen, werden aus Großmannssucht weder die Natur noch das Leben mißachten. Der Schlüssel zur menschlichen Natur liegt deswegen nicht im Schuldgefühl, sondern in der Scham darüber, daß Menschen im Namen des Menschseins das Leben zerstören.

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Jean-Paul Sartre schrieb 1946 in seiner Arbeit über den Antisemitismus: Wenn man einen anderen seiner Identität beraubt, gelangt man ohne Anstrengung und Mühe zu einer eigenen, falschen Identität. Sartre sah aber nicht, daß das Auslöschen der Person im anderen für den Zerstörer bedeutet, am Leben zu sein.

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In bezug auf menschliche Entwicklung ist die Idee einer angehenden moralischen Entwicklung von Urzeiten her ein Mythos. Er dient dazu, unsere moralischen Defekte zu verdecken und zu schönen. Die Behauptung von menschlicher Primitivität unserer Vorfahren hat keine Basis. Der Mensch trägt von Geburt an alle Fähigkeiten in sich, die über sein Sein entscheiden. Entweder seine Empathie wird zum Kern seines Seins, oder er wird ihr dauernd entkommen wollen. In diesem Sinne ist menschliche Entwicklung immer die Geschichte der Schädigung seiner menschlichen Anlagen.
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Wird die Fähigkeit zur Liebe früh gebrochen, entwickeln sich Menschen, die nie zu sich selbst finden werden.
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Wenn der wahre Feind – das heißt der schlechte Vater, die schlechte Mutter – nicht gesehen werden darf, weil sich das Kind ihrer „Nicht-Liebe“ unterwarf, muß es später als Erwachsener das Gegenbild zur schlechten Mutter und zum schlechten Vater hassen. Die „gute Mutter“, der „gute Vater“ könnten bei dieser Entwicklung die Bedürfnisse nach wirklicher Liebe erwecken und bringen sie so mit den wirklichen bösen Eltern in Gefahr! Liebe und liebevolle Personen werden zum Feind, weil sie die früheren zurückgewiesenen Bedürfnisse nach echter Liebe und damit den alten Terror zu wecken drohen.
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Im Grunde macht wahre Liebe angst, weil wir uns der ursprünglichen Verhüllung der mangelnden elterlichen Liebe und vor allem der der Mutter stellen müßten. Hier liegt die Quelle für unsere allgemeine Unfähigkeit, mit uns selbst und unserer Welt realistisch umzugehen. Aber gerade diese Unfähigkeit wird als Realismus bezeichnet, weil sie uns davon abhält, uns mit der tiefsten Verzweiflung und dem tiefsten Schmerz unserer Vergangenheit zu konfrontieren.

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Über blackpast

Geboren 1966 ,wohnhaft in Deutschland ,Brandenburg.Seit 1994 beschäftige ich mit intensiv mit psychischen Problemen die im Zusammenhang mit Erziehung,Gesellschaft und Ideologie stehen.Es gibt viel Aufklärungsbedarf von dem ich hier berichten will..
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