Bindungstrauma #1

Bindungstrauma #1
Traumatisierte, nicht therapierte Menschen haben sich oft von ihrem Körper, ihren Gefühlen, ihrer Verletzlichkeit und ihren Bedürfnissen abgespalten.Das Abspalten dient als Überlebensstrategie damit sie nicht immer an ihre unerträglichen Gefühle wie Demütigung,Isolierung oder Vernachlässigung aus der Kindheit erinnert werden.
Durch dieses Abspalten fehlt ihnen der Zugang zu wichtigen Gefühlen ,die notwendig sind um Beziehungen und Freundschaften zu führen.Sie fühlen sich gar bedroht wenn ein Partner sich für sie ernsthaft interessiert.Sie fühlen sich schnell bedrängt,suchen aber gleichzeitig immer wieder die Nähe ,die sie aber durch ihr Bindungserfahrungen nicht lange halten können.Es sind die Bindungserfahrungen zur Mutter oder Vater oder beiden die das Leben bestimmen.
Wenn die Mutter nicht in der Lage ist ,ihr Kind zu lieben und es anzunehmen,hat das Lebenslange Auswirkungen auf das Kind!
Das Kind kann ohne eine funktionierende Bindung zu der Mutter nicht viel über sich lernen.Es lernt nicht seine Gefühle,Affekte und Bedürfnisse ernst zu nehmen und sie zu regulieren.Das Kind hält sich nicht für wertvoll und wichtig.Es hält sich für unwert ,überflüssig und hasst(Selbsthass) sich ,weil es glaubt ,etwas negatives an sich zu haben weshalb ihn die Mutter nicht lieben kann.Dabei ist die Unfähigkeit zu lieben ein Trauma der Mutter.
Dieses Verhalten der Mutter führt bei ihrem Kind zu Verwirrung, Hilflosigkeit, Ohnmacht,Angst oder gar zur existenziellen Bedrohung.Das Kind versucht der Mutter gerecht zu werden um dennoch geliebt zu werden.Es tut alles für die Mutter ,die aber weiterhin dem Kind nicht das geben kann was es zur emotionalen Entwicklung braucht.
Da das Kind aber existentiell angewiesen ist auf seine Mutter,diese aber nicht oder nur selten zur Verfügung steht ,kann das Kind nur aus der Hoffnung leben ,vielleicht doch noch später etwas von der Mutter zu bekommen.Es findet dadurch keine Abgrenzung und Ablösung von der Mutter statt ,weil dafür die emotionalen Voraussetzungen beim Kind oder Jugendlichen noch nicht gegeben sind.Das Kind wird als Erwachsener später mit einer Fülle fehlenden zwischenmenschlichen Erfahrungen ins Leben starten und wird Neurosen und Phobien entwickeln in Folge der erfolglosen Bindung zu seiner Mutter,der Vielzahl von Gefühlen die nicht verstanden werden können,die Tag für Tag den Alltag prägen und dann auch Depressionen verursachen.
Das erwachsende Kind von einst erlebt sich dann selbst als fremd,unbekannt und ängstlich vermeidend.Es hat erst dann eine Chance ,wenn es erkennt das die Mutter die Schuld trägt und nicht das Kind als krank zu beschuldigen ist.
Aber oft verhindert diese tiefe Hoffnung des Kindes doch noch liebende Worte zu empfangen klärende Gespräche mit der Mutter und eine Ablösung.So bleibt das erwachsene Kind weiterhin ein Kind das eher aus trügerischen Hoffnung statt aus eigener Selbstbestimmung lebt.
Als Trauma würde ich die Angst vor dem Verlust der Mutter nennen ,weil sie ihrem Kind nicht das emotional lebenswichtige Gefühl mitgeben konnte, das ein Kind braucht um sich willkommen zu fühlen auf der Welt.
Aber die einzige Möglichkeit doch noch zu leben ,bedeutet das das Kind sich alles das selber gibt was die Mutter nicht geben konnte.Schutz,Sicherheit,Selbstliebe.. erst dann kann der erwachsene Mensch sich von der Mutter lösen ohne Angst haben zu müssen in einen Abgrund zu stürzen.

-Dies ist Teil 1 zum Thema Bindungstrauma,einer ganz primären Ursache für psychische Störungen ,Neurose und Psychosen.

Hier noch ein par Weblinks zum Thema :

http://www.lebenshilfe-abc.de/bindungserfahrungen.html

http://www.zeit.de/2012/25/Fruehkindliche-Bindung/seite-2

http://www.thur.de/philo/lh/miller.htm

http://www.diplom.de/e-book/226844/traumatische-erfahrungen-in-der-kindheit-und-die-auswirkungen-auf-die-bindungsfaehigkeit

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Über blackpast

Geboren 1966 ,wohnhaft in Deutschland ,Brandenburg.Seit 1994 beschäftige ich mit intensiv mit psychischen Problemen die im Zusammenhang mit Erziehung,Gesellschaft und Ideologie stehen.Es gibt viel Aufklärungsbedarf von dem ich hier berichten will..
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